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Worauf beim Kauf einer gebrauchten SPS zu achten ist

SPS-Systeme sind das Herz der Produktionslinie. Der Kauf einer gebrauchten SPS schont das Budget und bringt schnelle Abhilfe – ohne die richtige Checkliste drohen jedoch Stillstand, Inkompatibilität und Zusatzkosten. Nachfolgend die kritischen Punkte vor dem Kauf und nach der Lieferung.

Richtig durchgeführt, spart der Kauf einer gebrauchten SPS Geld und Zeit bei Reparatur und Erneuerung. Eine SPS ist aber nicht nur Hardware: CPU, E/A-Module, Kommunikationsstruktur, Softwarelizenz, Firmwarestand und Feldkompatibilität müssen gemeinsam bewertet werden.

SPS-Modell und Architekturkompatibilität

Der erste Schritt ist die Klärung der bestehenden Systemarchitektur. Selbst innerhalb einer Marke können eine andere Serie oder CPU-Familie dazu führen, dass sich das Projekt nicht übersetzen lässt oder die Kommunikation nicht funktioniert.

  • Sind CPU-Familie und Serie kompatibel?
  • Deckt die E/A-Struktur (digital, analog, schneller Zähler, Thermoelement) den Bedarf?
  • Ist eine Erweiterung nötig? Reichen Steckplätze und Baugruppenträger?
  • Werden Kommunikationsprotokolle (Profinet, Profibus, EtherCAT, Modbus TCP/RTU) benötigt?

Firmware- und Softwarekompatibilität

Eines der häufigsten Probleme bei gebrauchten SPS ist die Abweichung zwischen Firmware- und Softwarestand. Das Projekt lässt sich dann nicht öffnen, Bausteine werden falsch angezeigt oder Kommunikationskarten nicht erkannt.

  • Welcher Firmwarestand liegt vor? Fragen Sie den Verkäufer immer danach.
  • Mit welcher Programmiersoftware und welcher Version wurde Ihr Projekt erstellt?
  • Gibt es einen Plan B für Up- oder Downgrade?

Praktischer Tipp

Nehmen Sie die SPS möglichst vor dem Kauf in einer Testumgebung in Betrieb und lesen Sie die Hardwarediagnose aus. Betriebsstunden der CPU, Fehlerhistorie und Modulerkennung stützen Ihre Entscheidung.

Hardwarezustand: physische Checkliste

  • Brandspuren, Risse, Geruch oder Oxidation?
  • Sind Klemmenblöcke, Stecker und Pins in Ordnung?
  • Sind Kühlkanäle und Lüfter sauber?
  • Sind Typenschild und Seriennummer lesbar? Zweifel an der Originalität?

Prüfung: „läuft“ genügt nicht

In der SPS-Welt ist „läuft“ kein ausreichendes Kriterium, denn Stabilität, E/A-Genauigkeit und Kommunikationssicherheit entscheiden in der Linie. Wir empfehlen vor dem Kauf oder nach der Lieferung folgende Tests:

  • Einschalttest: Startstabilität und Fehler-LEDs
  • E/A-Tests: digitale Ein- und Ausgänge, analoge Messung und Verifikation
  • Kommunikationstest: Erkennung von Ethernet- und Feldbuskarten
  • Betrieb unter Last: längerer Lauf zur Prüfung von Erwärmung und Stabilität

Programm, Sicherung und Dokumentation

Mit einer SPS kaufen Sie nicht nur Hardware, sondern auch Nachhaltigkeit. Programmsicherung und Basisdokumentation sollten vorliegen.

  • Liegt die Projektdatei vor? Beachten Sie den Unterschied zwischen Quellprojekt und übersetzter Fassung.
  • Besteht ein Passwortschutz?
  • Gibt es E/A-Liste, Netztopologie und Tag-Liste?
  • Bei HMI- oder SCADA-Anbindung: sind die Verbindungsparameter vorhanden?

Garantie, Rückgabe und Verlässlichkeit des Verkäufers

Am sichersten ist es, mit Anbietern zu arbeiten, die ihre Produkte prüfen und warten und nach Möglichkeit Garantie oder bedingte Rückgabe bieten. Das minimiert unerwartete Risiken.

Wann ist eine gebrauchte SPS sinnvoll?

  • Bei dringendem Bedarf, wenn ein Stillstand schnell beendet werden muss
  • Wenn ein vollständig kompatibles Produkt verfügbar ist
  • Wenn Lieferzeit und Kosten eines Neugeräts hoch sind
  • Wenn ein geprüftes und aufbereitetes Produkt erhältlich ist

Wenn Sie eine gebrauchte SPS suchen, finden Sie passende Produkte in unserem Online-Shop; unser Technikteam berät Sie bei der Auswahl.

Melden Sie den Fehler – wir melden uns noch am selben Tag.

Hinterlassen Sie Ihre Gerätedaten – unser Technikteam ruft Sie zur Fehlerdiagnose zurück.

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